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Interview mit Gisela Raab - Bau eines eigenen Schulungszentrums durch Auszubildende

13.01.2021

Unser Partner, die RAAB Baugesellschaft, hat im vergangenen Jahr ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Die insgesamt 15 Auszubildenden aller Lehrjahre durften im Alleingang ein eigenes Schulungszentrum mit einer Gesamtfläche von 425qm errichten. Wir haben mit der Geschäftsführerin Gisela Raab ein Interview über das umfangreiche Azubiprojekt geführt.

Wie sind Sie darauf gekommen die bei Ihnen angestellten Auszubildenden eigenständig ein Schulungsgebäude errichten zu lassen?
Bei uns findet regelmäßig eine Zukunftskonferenz mit allen Mitarbeitern statt. Zusätzlich dazu haben unsere Auszubildenden eine eigenen „Talentschmiede“. In dieser wurde der Wunsch nach einer eigenen Baustelle deutlich. Wir hatten vor ca. 15 Jahren bereits ein ähnliches Projekt, bei dem ein Einfamilienhaus nur von Auszubildenden gebaut wurde und so wurde die Idee erneuert.

Wie kam die Idee bei Ihren Mitarbeitern an?
Anfänglich sträubten sich vor allem die Bauleiter, da sie die Auszubildenden aus Zeitgründen nicht abgeben wollten. Das Projekt nimmt viel Zeit in Anspruch und ohne die Auszubildenden fehlen wichtige Helfer auf den anderen Baustellen. Ich bin dennoch stur geblieben und habe die Idee durchgesetzt.

Wofür ist das fertiggestellte Gebäude gedacht?
Das Gebäude soll ein Schulungszentrum werden. Dort finden dann die Mitarbeiterschulungen der Firma Raab statt.  Bei uns wird am Anfang des Jahres, in den erster Arbeitswoche gar nicht draußen gearbeitet, sondern es erfolgen ganz intensiv Schulungen. Zudem werden in dem Gebäude Mitarbeiterwohnungen auf ca. 150qm eingerichtet. Diese Kleinwohnungen werden sogar mit jeweils einem eigenen Bad ausgestattet.

Welche Aufgaben übernehmen die Auszubildenden auf der Azubi-Baustelle?
Die Auszubildenden übernehmen alle anfallenden Aufgaben auf der Baustelle. Dazu gehören u.a. das Pflastern und Mauern, aber auch die Bedienung eines Krans.

Gibt es unter den Auszubildenden eine klare Rollenverteilung bzw. Zuständigkeiten abhängig von den Lehrjahren?
Wenn die Auszubildenden keine Berufsschule haben, sind sie auf der Baustelle tätig und es werden die anstehenden Aufgaben erledigt. Dabei spielt es keine Rolle wer in welchem Lehrjahr ist und welche Ausbildungsrichtung sie absolvieren.

Soll auch der Innenausbau von den Auszubildenden vorgenommen werden?
Die Auszubildenden würden sich auch für das Fliesenlegen, den Estrich, den Trockenbau und Malerarbeiten interessieren. Die Elektronik sowie der Einbau von sanitären Anlagen werden jedoch ausgelagert.

Gab es schon einmal Probleme oder wurden gravierende Fehler gemacht? Wer sorgt für eine fehlerfreie Arbeit?
Bisher wurden noch keine Fehler gemacht bzw. bemerkt. Sollte doch einmal ein Fehler unterlaufen, kann eine Mauer beispielsweise jedoch umgehend durch einen Abriss wieder ausgebessert werden. Begleitet wird das Projekt durch einen erfahrenen Polier, welcher bei Fragen und Problemen unterstützen kann.

Leiden die standardisierten Lerninhalte der Auszubildenden darunter?
Den Auszubildenden entstehen durch das Projekt nur Vorteile. Sie lernen dort Dinge, die nicht regulär im Ausbildungsplan enthalten sind. Lediglich der Organisationsaufwand ist ein Nachteil, mit dem wir zu kämpfen hatten.

Wie ist der aktuelle Stand des Projektes? Wann wird das Gebäude fertiggestellt sein?
Der Rohbau ist bereits fertig. Mit den Trockenbauwänden wurde auch bereits angefangen. Nutzbar soll das Gebäude dann im Winter 2021 zur Schulungswoche sein.

Die Auszubildenden der RAAB Baugesellschaft wurden von einem Filmteam aus München vom LBB auf ihrer eigenen Baustelle begleitet. Das Video finden Sie hier: https://www.raab-bau.de/aktuelles/mediathek.html