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LEBEN SCHÜTZEN – SCHÄDEN VERMEIDEN: Kommunaler Überflutungsschutz für ihre Bürger

22.03.2019

Starkregen verursacht Schäden in Milliardenhöhe, bedroht Existenzen und fordert Menschenleben. Jeder kann von Starkregen betroffen sein, selbst an Hanglagen fernab von Flüssen. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird bereits die Hälfte aller Überflutungsschäden durch Starkregen verursacht. Um ihre Bürger vor diesen Gefahren zu schützen, müssen Kommunen wirkungsvolle und nachhaltige Maßnahmen entwickeln und lokale Frühalarmsysteme etablieren. Die HTI Gienger KG unterstützt mit der Initiative CO2 nachhaltige Projekte und möchte kommunale Akteure, Ingenieurbüros, Politik und Wissenschaft im Risikomanagement von Starkregengefahren stärken. Dazu ist es notwendig, das Risiko
richtig einschätzen zu können. Ein Schlüssel dafür sind die Starkregengefahrenkarten des Initiative CO2-Partners SPEKTER.

Starkregen entsteht aufgrund erhöhter Konvektion durch Temperaturunterschiede oft sehr plötzlich in einem kleinen Gebiet. Deshalb gibt es Vorhersagen solcher Ereignisse meist erst kurz vor Eintreten. Insgesamt wird die Hälfte aller Hochwasserschäden durch Starkregen verursacht (laut dem GDV).

Um dem entgegenzuwirken hat Spekter ein Frühwarmsystem entwickelt, womit Starkregengefahren frühzeitig erkannt und so Vorsorgemaßnahmen eingeleitet werden können. In Veitsbronn, Adelsdorf, Herzogenaurach und Passau ist dieses System bereits erfolgreich in Betrieb. Informationen über das Wetter in den Kommunen werden über Niederschlags-, Kanal- und Pegelsensoren an Regenrückhaltebecken eingeholt und in Echtzeit über Satellit verarbeitet. Die Auswertung kann dann online 24/7 über die eigens entwickelten Webservices verfolgt werden bzw. werden im Ereignisfall die Bürger (über Email und SMS, Telefonanruf ab Gefahrenstufe 3) und der Rettungsdienst (Telefonanruf) digital informiert. Außerdem werden automatisch technische Schutzvorkehrungen aktiviert. Ob und wie man informiert werden möchte, kann man online angeben. Für die Bürger ist der Zugang kostenfrei.
Loggt man sich auf dem Smartphone, PC etc. ein, wird die Gemeinde sofort auf einer Echtzeit-Karte angezeigt. Im Fall Adelsdorf ist der Bereich in Adelsdorf Aisch, Adelsdorf Ost, Adelsdorf West und Adelsdorf Neuhaus unterteilt. Für jeden dieser Bereiche wird beim Klicken die Niederschlagssumme der letzten Stunde angezeigt.
Das System arbeitet mit den Gefahrenstufen S0-Keine Gefahr, S1-Rückstaugefahr, S2-Überflutungsgefahr und S3-Sturzflutgefahr. Der Bereich erscheint online in der Echtzeit-Karte dann entweder grün, gelb, rot oder lila.
Zusätzlich werden die Messergebnisse der Niederschlagssensoren, Kanalmessungen und Pegelmessungen symbolisch dargestellt. In der Gemeinde Adelsdorf und Umgebung sind auf der Karte 6 Niederschlagssensoren und 2 Pegelsensoren vermerkt, ein Kanalsensor wird nicht angezeigt. Erscheint das Symbol rot, liegen kritische Werte vor.
Man erkennt also auf einen Blick, ob eine Gefahr besteht oder nicht. Wenn ja, kann man sich in der Information über die Vorgehensweise während der jeweiligen Gefahrenstufe informieren:

S0: Kein oder nur geringer Niederschlag: (< 7mm Niederschlag pro Stunde)
→ keine besonderen Maßnahmen nötig
S1: Überlastung des Kanalsystems möglich: (> 7mm Niederschlag pro Stunde)
→ Fenster, Türen, Dachluken schließen
→ Rückschlagkappen, Rückstauvorrichtungen prüfen/aktivieren
→ Funktion Dach- und Hofentwässerung beobachten oder in Gang setzten
S2: Überschwemmung aus Kanal/Fließgewässer möglich: (> 17mm Niederschlag pro Stunde)
→ Kellerräume, Unterführung, Tiefgaragen verlassen, nicht befahren, nicht betreten
→ Überflutete Straßen und Uferbereiche meiden
→ Wetterentwicklung verfolgen
S3: Lebensgefährliche Überflutungen möglich: ( > 35mm Niederschlag pro Stunde)
→ Sofort höhere Räume oder Geländebereiche aufsuchen
→ Sofort überflutete Straßen und Uferbereiche verlassen
→ Anweisung von Rettungskräften unbedingt folgen

Während S2 und S3 sehr selten auftreten, ist eine Rückstaugefahr ziemlich häufig.
Auch eine Regenprognose gibt es, die in Videoform über die Niederschläge der kommenden Stunde informiert. Zusätzlich wird der Durchschnittsniederschlag der nächsten 24 Stunden sowie die Temperatur, der Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit der Umgebung angezeigt.
Insgesamt sind die Webtools übersichtlich und liefern alle wichtigen Informationen mit nur wenigen Klicks. Sie sind also für jeden gut zugänglich.
Für die vielen Weiher und Seen im Gebiet Adelsdorf gibt es verhältnismäßig wenig Pegel- und Kanalmessungen. Vor allem im Bereich Adelsdorf Ost sieht man auf der Karte einen größeren Bereich ohne Sensoren. Vermutlich liegt das jedoch daran, dass hauptsächlich die bewohnten Gegenden überwacht werden.

Abgesehen von dem Frühwarnsystem, erstellt die Firma Spekter auch Starkregen Gefahrenkarten für die Städte/Kommunen. Durch 2D bzw. 3D Simulationen verschiedener Regenereignisse und Abflussverhältnisse kann eine Gefährdungsanalyse erstellt werden. Hydraulische Analysen der Oberfläche, des Kanals und der Hydrogeologie sind dabei ebenfalls Grundlage. Diese Karten sind für das Risiko- und Regenwassermanagement beim Treffen von Vorkehrungen eine große Hilfe. So können Schutzmaßnahmen präziser getroffen und Handlungskonzepte aufgestellt werden; kritische Objekte und Einrichtungen werden erkannt und geschützt. Die Ergebnisse werden dann im WebViewer zusammengefasst und im Starkregen Melder können die Bürger online selbst Ereignisse melden. Die Erstellung einer solchen Starkregenkarte wird vom Freistaat Bayern mit einer Förderung von bis zu 75% der Kosten unterstützt, sofern die entsprechenden Anforderungen gegeben sind.

Um nachhaltige Projekte im Risikomanagement von Starkregenereignissen unterstützen zu können, ist eine umfangreiche Gefahrenanalyse unabdingbar. Deshalb arbeitet die HTI Gienger KG mit der Initiative CO2 und ihrem Partner Spekter zusammen.

www.initiative-co2.de

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